Reise blog von Travellerspoint

Fahrt Vigo - Dakar 1.6.17 16.30h – 6.6.17 07h

Fahrt Vigo - Dakar 1.6.17 16.30h – 6.6.17 07h
Wir können unsere Innenkabine in der es immer dunkel war, in eine Aussenkabine mit öffenbaren Fenster auf der Backborseite wechseln. Auf der Fahrt entlang der portugiesischen beginnt eine große Räumaktion an Bord. Alle Waschmaschinen, Spülmaschinen und Kühlschränke werden gegen neue getauscht. Dies geschieht so alle 4 Monate. Die „alten“ Geräte werden als Bonus in die Autos für Afrika gesteckt. Wir sind etwas erstaunt, dass der Biomüll in Plastiksäcken einfach über Bord geworfen wird. Dies ist außerhalb der 3 Meilenzone erlaubt und die Plastiktüten sind aus abbaubaren Material. Allerdings geht auch so manch anderer Müll über Bord! Ein Gespräch mit dem freundlichen und immer gut gelaunten Kapitän ergibt noch einige Informationen: Früher wurden die Schiffe in Italien gebaut und wogen ca. 54000to, jetzt werden sie in Korea gebaut und wiegen nur noch 37000to. Er hat da etwas Bedenken mit der Lebensdauer der Schiffe, die normalerweise 35 Jahre betrug. Die Fracht zurück von Südamerika nach Afrika ist hauptsächlich Zucker, Kaffee und Kakao. Die Baugeräte und Maschinen der Fa. Caterpillar kommen aus dem Werk in Brasilien und gehen nach Europa.
Dem Zyklon bei Casablanca sind wir entkommen, jedoch hat der Seegang etwas zugenommen, ist aber noch erträglich. Am 3.6.17 kommen wir nahe an den Westküsten von Lanzarote und Fuerteventura vorbei und schon kommt Hektik an Bord auf, denn es gibt hier für 2 Stunden wieder Empfang am Handy. Die Mannschaft und wir stehen an Deck und schicken fest WhatsApps, SMS und Emails in die Heimat, immerhin sind wir schon fast 3 Wochen von zu Hause weg.
Am Pfingstmontag den 5.6.17 tuckern wir nach der ewig langen Küste von Marokko jetzt entlang der Küste von Mauretanien und bekommen heute eine Besichtigungstour in die diversen Maschinenräume die sich unter dem Deck1 von 13 Decks insgesamt befinden. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Helm und Gehörschutz geht es in den ca. 40 Grad heißen und ewig lauten Motorraum. Der Motor hat 8 Zylinder, jeder mit 225000 ccm Hubraum (Kolbendurchmesser 62cm, Hub 75 cm). Zum Vergleich unsere APEs haben 218 ccm !!! Mit gemütlichen 115 Umdrehungen in der Minute wird über die riesige Welle von ca. 50cm Durchmesser die Schraube angetrieben. Für das Manövrieren sowie An – und Ablegen in den Häfen gibt es am Bug und am Heck jeweils einen elektrisch betriebenen Seitenmotor. Diese werden durch die zusätzlichen 4 Generatoren neben dem Hauptgenerator, der an die Welle gekoppelt ist betrieben. Wir fahren jetzt mit Schweröl, das ordentlich viel Ruß erzeugt. In Europa, USA und Japan ist es verboten Schweröl zu fahren. Das Schweröl wird in Zentrifugen von größeren Partikeln gereinigt, bevor es mit 130 Grad und ca. 8 bar eingespritzt wird.
Morgen früh am 6.6.17 um 7h kommen wir nach 4,5 Tagen ununterbrochener Fahrt im Abstand von den Küsten von wenigstens 100 -200km und Meerestiefen von 1700m in Dakar an.

Eingestellt von Ricargentinado 06:04

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Kommentare

Wieso wird der Biomüll denn überhaupt in Tüten verpackt? Wenn er eh über Board geht, reicht doch ein Eimer, den man dann ausschüttet, oder?!?
Biologisch Abbaubar ist ja vermutlich auch eher eine Frage von Jahren als von Wochen...

von GhostriderSiH

Comments on this blog entry are now closed to non-Travellerspoint members. You can still leave a comment if you are a member of Travellerspoint.

Login