Reise blog von Travellerspoint

Fiambala,Chilecito,Talampaya,Ischigualasto 2.-9.9.17

Die Fahrt von Belen zu der Therme von Fiambala ist eher eintönig 190km geradeaus in einem sehr weiten Tal. Wir enden in einem Sandsturm bei einem Weinbauern mit Campingplatz als einzige Gäste unter hohen Olivenbäumen, bei Temperaturen um die 35 Grad und heftigen Wind. Die Therme selber ist noch weitere 25km in den Bergen und besteht aus 14 Becken, die kaskadenmäßig in einer engen Schlucht naturnah angeordnet sind. Das oberste Becken hat 42 Grad und das letzte noch ca. 30 Grad.
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Der geplante Abstecher von hier aus über den 4700m hohen Pass San Francisco nach Chilemusste ausfallen, da die APEs nicht mehr ansprangen. Wir laden 24h lang alle Batterien, doch dieser feine Staub und Sand macht die Anlasser wohl schwergängig. Am nächsten Tag gibt es einen Kälteeinbruch, wir sind ja immer noch auf 1500m, und der Pass ist zugeschneit und geschlossen. So fahren wir 190km südlich nach Chilecito ( klein Chile) auf 1080m hinunter. Dort gibt es ein Meisterstück von Seilbahn in die in 4600m hohe gelegene alte Gold, Silber und Kupfermine aus dem Jahre 1903. Die 35km lange Seilbahn wurde von der Leipziger Firma Adolf Bleichert aus Leipzig in nur 2 Jahren gebaut und überwindet 2600 Höhenmeter auf 262 Pfeilern bis zu 54m Höhe und mit insgesamt 9 Stationen auf denen die mit Dampf betriebenen Antriebe standen. Ein Wunderwerk der damaligen Zeit, denn ohne Hebezeuge oder Maschinen wurde alles per Maultier und Hand nach oben geschafft und montiert. Die Arbeiter bestanden vorzugsweise aus Italienern und jungen einheimischen Burschen weil dies besser mit der Höhenkrankheit zurecht kamen. Dennoch mussten hier viele ihr Leben lassen, denn z.B. auf Station 7 herrschte eine Durchschnittstemperatur von – 20 Grad. Die englische Firma Famatina Development Corp. Betrieb die Mine bis 1912, der 1. Weltkrieg brachte das Aus für die Mine. Die Kumpels betreiben die Mine in eigener Regie nach bis 19390, doch nach und nach verfiel die Mine und die Seilbahn. Chilecito bietet noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten wie die Finca Samay Huasi des Schriftstellers, Politikers, Professors und Gründer der Universität in La Plata, Dr. Jaquin Victor Gonzalez ( geb. 1862). Heute betreibt die Finca Weinbau, Obst und Olivenanbau und vermietet Zimmer mit Vollverpflegung im gehobenen Stil für 85€ p.Person und Nacht. Weiter gibt es in Chilecito eine der größten Weincooperativen, die Bodega Cooperativa Riojana, die 40-50 Millionen Liter Wein jährlich in riesigen Betontanks keltert. Den Barrique Geschmack erzeugen sie mit französischen oder amerikanischen Eichenchips. Die Bezeichnung Reserva oder Gran Reseva heißt lediglich wie lange der Wein im Tank oder die edleren Sorten im Faß gelagert wurde.
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Weiter geht die Fahrt in den 170km entfernten Parque Nacional Talampaya mit seinem imposanten Canyon. Leider ist es zum ersten mal richtig bewölkt. Der Park kann nur durch geführte Bustouren von 2,5h Dauer erkundet werden. Die senkrechten bis zu 50m hohen, roten, glattgeschliffenen Felsen bringen teilweise auch Formen zustande, denen man Namen gegeben hat wie: die Kathedrale, der Condor oder Mönch. Schade, denn mitn der Sonne wäre das Rot noch imposanter gewesen.
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Am gleichen Tag fahren wir weiter zum Parque Provincial Ischigualasto mit dem Valle de la Luna. Das Wetter verschlechtert sich und es ist Regen angesagt, deshalb beschließen wir doch noch am Abend im Konvoi von 4 PKWs mit einer einheimischen Führerin die 40km lange Piste mit unseren APEs mit zu machen. Die bizarre Lagune war einst eine grüne saftige Landschaft, im Trias vor rund 250 Millionen Jahren, als die Kontinente noch nicht auseinander gedriftet waren. Durch die Entstehung der Anden verschwand das Wasser hier und Pflanzen und Dinosaurier starben. Die Bergkegel sind vulkanischen Ursprungs und bestehen aus Lava, Kohle und Asche. Die verwitterten Formationen haben ebenfalls Namen bekommen: Sphinx, Schildkröte, U-Boot oder Pilz. Hier wurden auch die Skelette der ältesten Dinosauriern ( 250-228 Mio.Jahre alt) gefunden, die viel kleiner waren als die jüngeren aber riesigen Dinosauriern weiter im Süden in Patagonien.
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Eingestellt von Ricargentinado 05:35

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