Reise blog von Travellerspoint

Los Caracoles, Tres Lagos, Chalten, Calafate 4-16.12.17

Wiedermal steht ein groessserer Sprung nach Sueden an. Die 650km von Los Antiguos nach El Chalten ueber Los Caracoles, Gobernador Gregores und Tres Lagos schafften wir in 4 Tagen. Der Wind steht meistens guenstig aus NW, ist recht heftig und boeig. Unsere APEs erweisen sich als wenig Seitenwind empfindlich, doch Gegenwind macht und um so mehr zu schaffen, sodass die Fahrt streckenweise nur im 3. Gang mit 30kmh bei Vollgas und einem Spritverbrauch von 11,5l/100km moeglich ist. Ein Teilstueck der Strecke von gut 70km ist wieder mal Piste. Des oefteren schwimmen wir durch tiefe Rundkiesschichten und muessen aufpassen dass wir nicht stecken bleiben. Mindestens 1 Rad unserer 3 Spuren faehrt immer im tiefen Kiesbett oder auf losen Material. In Los Caracoles ist die letzte zuverlaessige Tankstelle fuer weiter 400km. Fuer die paar Haeuschen und Leute hier gibt e seine Schule, Polizeistetion und eine Krankenstation. Der Doktor der Krankenstation stellt den Camper nein kleines Grundstueck mit Wasser und Stromanschluss kostenlos zur Verfuegung. Die einzige Abwechslung und Moeglichkeit zu Gespraechen an diesem einsamen Ort. Gegen Abend kommen dann noch 2 Hollaender, 2 Schweizerinnen, 2 Kanadier und ein Englaender an, sodas der Platz komplett voll ist. Der Wind nimmt immer so ab 11h zu und ist um 16h -20h am heftigsten ( 60-80kmh). Die ganze Strecke ist landschaftlich eher langweilig, kaum Buesche, nur vereinzelte Grasbueschel fuer die umherstreifenden wenigen Guanakos. Entlang aller Fernstrassen sind rechts und links in 3 Ebenen feste Stahldraehte gespannt um die Tiere fern zu halten, doch die Guanakos ueberspringen diese. Viele verheddern sich dabei und verenden qualvoll. Der traurige Rekord war auf einer Strecke von 40km 13 tote Guanakos im Zaun haengend. Leider hat der Abstecher zur Cueva de los Manos wegen der schlechten Piste dort hin mit Seigungen bis 22% nicht geklappt und ausserdem muessen wir den guenstig NW Wind ausnuetzen, den normalerweise kommte er heftig von Sueden.
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Schon auf der Fahrt nach El Chalten sieht man von weitem die schneebedeckte Bergkulisse mit den beruehmten spitzen Granitbergen des Cerro Fitz Roy und Cerro Torre. Wir haben wieder mal Glueck mit dem Wetter: wolkenfrei und Sonne pur, sodas die Gipfel die meistens in den Wolken verschwinden in ihrer volle Schoenheit zu sehen sind. Urspruenglich hiess der Fitz Roy in der Sprache der Tehuelche Indianer – El Chalten --, was Feurergipfel oder rauchender Berg bedeutete. Sie dachten dass es sich um einen Vulkan handelt weil er meist von Wolken umhuellt war. Am 10.12.17, meinem 65. Geburtstag goenne ich mir eine Bootsfahrt zum Viedma Gletscher, der 12km lang, 2,5km breit und vorne 40m hoch ist. Beim prufen der Passagierliste durch die Reiseleiterin wird mein Vorname –Ricardo—aufgerufen und hinter mir meldet sich noch ein weiterer Gast mit diesem Namen. Mein Namensvetter sieht ziemlich eurpaeisch aus und wir kommen ins Gespraech. Dabei stellen wir fest, dass er auch heute Geburtstag hat, ebenfalls Bauingenieur ist und aus Newcastle stammt. Es gibt schon manch,al komische Zufaelle !!!
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So langsam muessen wir unsere Rueckreise planen und schicken Anfragen fuer die Verschiffung der Fahrzeuge an die Firma Seabridge in Duesseldorf. Wir wollen dismal nur die Fahrzeuge verschiffen, ohne dass wir wieder 5-6 Wochen auf dem Frachter mitfahren. Einige Reisende haben uns von Einbruechen in die unbegleiteten Fahrzeuge waehrend der Ueberfahrt berichtet, deshalb wuerden wir die APEs am liebsten im versiegelten Container zurueck schicken. Mal sehen was die Preise sind. Am 12.12.17 fahren wir 220km suedlich nach El Calafate zum Highlight der Gletscherwelt., dem Perito Moreno. Der einzige Gletscher der nicht abnimmt und aus 300m Hoehe auf 185m mit einer Geschwindigkeit in der Mitte von 2m pro Tag hinunter schiebt. Der 31km lange, 5km breite und bis zu 700m dicke Gletscher schiebt sich bis zum Fruehjahr an die Landspitze heran und sperrt so einen Teil des Lago Argentino vom Abfluss ab. Das Wasser staut sich dann bis zu 11m an und bohrt sich einen Tunnel quer durch die Gletscherfront. Das angestaute Wasser fliesst nun mit Getoese durch den Tunnel, erweitert diesen staendig, bis schliesslich das gesamte Geoelbe zusammen bricht. Je nach Jahreszeit brechen an der 70m hohen Gletscherfront ganze Waend ab und bilden die herrlichen kristallblau glitzernden Eisberge in den skurilsten Formen. Im Glacarium, dem Gletscher Museum wird sehr gut und anschaulich erklaert, wie sich die Gletscher bilden. Der Schneefall bzw. der Schnee der in den oberen Teil des Gletschers faellt, verliert seine Anteil an Luft und seine Dichte nimmt von 200kg/m3 auf 900kg/m3 zu und wird somit zu Eis. Das enorme Gewicht dieses Eispanzers verursacht an der Gletschersohle dass sich das Eis plastifiziert und fluessig wird. Auf dieser Schicht gleitet niun der Gletscher den Berg hinunter und schleift alle Ecken und Kanten ab. Schon auf der ganzen Herfahrt durch kilometerweite Taeler kann man sehen das shier mal Gletscher am Werk waren. Riesige hunderte Tonnen schwere Steinbloecke liegen vereinzelt weit verstreut herum. Diese wurden von den Gletschern transportiert und hier in den Waermeperioden abgeladen. Auch die Berge die die Taeler saeumen sind wie mit Schmirgelpapier abgeschliffen und haben ganz weiche und abgerundete Formen. Die Taeler sind leicht abschuessig und sind komplett glatt geschliffen. Bis heute waechst dort kein Baum oder Busch, nur Steppe.
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Eingestellt von Ricargentinado 08:41 Kommentare (2)

Puerto Madryn, Camerones,Rada Tilly, Antiguos 15.11.-3.12.17

Zurück in Puerto Madryn steigt an diesem Wochenende die Fiesta Nacional del Cordero (Schaffest). Es ist noch sehr windig 60-70kmh, aber trotzdem werden in der Sporthalle diverse Folkloretänze von Tanzgruppen vorgeführt, dann ab 23h kocht die Halle, denn eine bekannte Rockgruppe “Airbag“ spielt auf und alle singen und jubeln mit. Auch Tangotänze von Profis stehen auf dem Programm. An den Verkaufsständen mit Gaucho Utensilien lege ich mir einen Poncho und 2 Boinas, die typische Kopfbedeckung der Gauchos und die passende Hose dazu. Am nächsten Tag findet die Jineteada statt, das Reiten auf Wildpferden. Eine echte Mutprobe für die jungen angehenden Gauchos, die sich ohne Sattel auf den bockenden und wild drehenden Pferden einige Sekunden halten sollen. Es gibt etliche Verletzte durch Abwürfe und Tritte von den Pferden. Das Spektakel nimmt ein jähes Ende, als ein 16-jähriger vom Pferd abgeschmissen wird, das Pferd ebenfalls stürzt und mit voller Wucht auf den Oberkörper und Kopf des Jungen knallt. Die Nachricht aus dem Krankenhaus, dass er verstorben ist bedeutete das Ende der Veranstaltung. Zu seinem Gedenken wird nun die Arena nach ihm benannt werden. Wie bei jedem Fest gibt es jede Menge Essbares, natürlich Fleisch in erster Linie und diesmal eben Lamm. Die Lämmer werden im Ganzen in Reihen auf Metallstäbe aufgespannt und am offenen Feuer 4 Stunden gebraten. Zur Feier des Tages defilieren die diversen Gauchogruppen durch die Stadt in Festkleidung und Standarten zum Festplatz. Der Wind weht heftig und die APEs sind wieder eingestaubt und selbst in das Objektiv meiner Kamera ist der feine Staub eingedrungen und hinterlässt hässliche schwarze Punkte auf den Bildern. Mit Hilfe einer Anleitung aus dem Internet lege ich die Kamera 4h lang auseinander und kann den Staub erfolgreich entfernen. Leider hat meine 2.SD-Karte etwas abbekommen, sodass sie mit den Bildern der letzten 3 Monate nicht mehr lesbar ist. Hoffentlich ist zu Hause noch etwas zu retten!?
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Am 20.11.17 fahren wir weiter Richtung Süden, nach Punta Tomba zur größten Magellan-Pinguin Kolonie mit einer halben Million Brutpaaren. Im Naturschutzgebiet dürfen wir nicht übernachten und finden auf dem Rückweg Unterschlupf auf einer Estancia, denn hier Nachts zu fahren ist viel zu gefährlich. Der nächste Stopp an der Atlantikküste ist Camerones. Die über 200km sind recht eintönig, ganz flaches Land mit ganz niedrigen Büschen soweit das Auge reicht. Durch den Gegenwind aus Süden schaffen wir maximal 45kmh bei Vollgas und der Spritverbrauch steigt auf 10l pro 100km. Wiedermal haben Verbrennungsrückstände meine Zündkerze überbrückt, diesmal wohl wegen schlechten Zweitaktöl. An der Tankstelle lässt sich der schon immer schwergängige Tankverschluss vom Zusatztank nun gar nicht mehr öffnen. Wie immer sind sofort zwei hilfsbereite Argentinier aus dem Dorf zugegen und holen von zu Hause eine große Klempnerzange, aber auch damit ist der Schraubverschluss nicht zu öffnen. Schlussendlich müssen wir ihn mit Gewalt herausbrechen. Dieses Teil war von Anfang an eine Fehlkonstruktion und sobald die Temperaturen etwas stiegen, wurde es immer schwieriger ihn zu öffnen. Camerones ist ein altes Fischerdorf mit Hafen, von dem aus früher die Schafswolle verschickt wurde und hat einen ganz anderen eigenen Baustil. Die meisten Häuser sind aus Holz, mit Nut und Federbrettern innen und außen die Wände und Dächer mit Wellblechen verkleidet. Hier gibt es mal wieder keinen Satelitenempfang. In 30km Entfernung, wieder nur Piste, brütet eine weitere Kolonie von 25000 Magellan Pinguinen. Die Männchen kommen als erste hier im August an und suchen ihr Nest vom letzten Jahr auf. Mit lauten Rufen, die sich manchmal wie Eselsgeschrei anhören. Für uns hören sich die Rufe alle gleich an, jedoch die später hier ankommenden Weibchen erkennen genau die Rufe des Partners und finden so zu ihrem Nest in das sie in der Regel 2 Eier legen und bis zum Dezember die Küken ausbrüten. Wir übernachten in einer wunderschönen einsamen Bucht direkt am Meer, doch in der Nacht frischt der so stark auf, ca.80kmh, sodass es wenig Schlaf gibt. Der Wind legt sich auch am nächsten Tag nicht und verzögert unsere Weiterfahrt. Wir haben ja Zeit !! Wir drücken uns an der Tankstelle herum, denn dort gibt es Wifi und einen Fernseher und erfahren so, dass seit dem 15.11.2017 ein AR U-Boot der Marine mit 44 Mann an Bord vermisst wird. Seismographen haben 2 Explosionen registriert und seitdem gibt es keine Verbindung mehr zum U-Boot. Die internationale Suchaktion, unter anderem mit einem russischen ferngesteuerten U-Boot blieb bislang erfolglos. Das Meer ist hier ca.3000m tief. Das U-Boot stammt aus einer deutschen Werft und wurde 1985 in den Dienst gestellt. In Camerones gibt es auch ein Museum über die Familie Peron, denn der Vater von dem ehemaligen Präsidenten Juan Peron hatte hier eine große Estancia mit Schafzucht, auf der Juan Peron aufwuchs. Da der Wind aber einen Tag lang günstig für unsere Weiterreise steht und das Museum erst um 11h öffnet können wir es leider nicht besuchen. Schade denn ich hätte gerne gesehen wie Peron heute dargestellt wird, denn während seiner Amtszeit kam zu einer Wirtschaftskriese, Verstaatlichung von privaten Betrieben, allgegenwärtiger Korruption, Rohstoffmangel und schließlich zur Geldentwertung von 1:100. Dies alles hat zum Bankrott der Firma Emona meines Vaters, die Elektromotoren herstellte im Jahre 1956 geführt, sodass wir wieder nach 9 Jahren (ich war damals 3 Jahre alt) nach Europa bzw. durch eine private Beziehung meines Vaters zu Dr.Mengeringhausen, dem Erfinder des MERO Raumfachwerksystemes, nach Würzburg kamen. Zufälle des Lebens!!

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Am 24.11.2017 geht es dann weiter nach Süden, doch der Wetterbericht stimmte nicht und wir haben wieder starken Gegenwind, sodass wir für die 280km nach Rada Tilly, bei Comodoro Rivadavia, 9h reine Fahrzeit (Durchschnitt 31km pro Stunde) brauchen. Rada Tilly ist so etwas wie eine schicke Vorstadt zu der hässlichen Industrie und Hafenstadt Comodoro Rivadavia mit 173000 Einwohnern. Hier wurde 1907 vom Geologen Fuchs durch Erkundungsrammungen bis in 150m Tiefe Spuren von Erdöl gefunden, wodurch ein Boom entstand. Inder ganzen Umgebung, in Tälern, auf Bergen oder an den Berghängen sieht man im Umkreis von über 100km die Ölpumpen die unentwegt langsam ihr Haupt senken und heben, um das Erdöl aus über 1000m Tiefe empor zu pumpen. Da es hier viel Industrie und Werkstätten gibt hoffe ich hier einen Ersatztankverschluss zu finden. Ich werde kreuz und quer durch die Stadt geschickt, aber es gibt keinen passenden Tankverschluss, der aus dem Bootsbau mit Zollgewinde stammt. D.h. eine Werkstatt mit Drehbank finden. Schließlich bei der 3.Dreherei habe ich Glück und der Mechaniker stellt mir bis zum nächsten Morgen 2 Verschlüsse aus Aluminium her. Mein rechtes hinteres Plastikschutzblech hat es durch einen Steinschlag auf den Kiespisten abgerissen und der dahinterliegende Zweitaktöltank ist nun ungeschützt. Da alle paar Kilometer entlang der Fernstraßen kaputte und zerfetzte LKW-Reifenteile herumliegen, schneide ich mir daraus ein neues Schutzblech aus Gummi zurecht. Die Leistung meiner APE lässt deutlich nach. Es gibt aber nur 3 mögliche Ursachen: Sprit - Zündung - oder Luft. Ich baue wiedermal bereits den Ersatzluftfilter aus und befreie ihn vom feinen Staub der Pisten und schon schnurrt das Motörchen wieder mit voller Kraft.
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Da nun die nächsten 800km südlich entlang der Atlantikküste ohne Sehenswertes sind und der Wind aus Süden noch stärker werden wird, beschließen wir wieder quer hinüber zu den Anden zu fahren, wo es an den Seen und Gletschern viel mehr zu sehen und zu machen gibt. Nach 3 Tagen Fahrt sind die 450km in Höhen zwischen 500-800müNN geschafft. Die versteinerten bis zu 100m langen Bäume von vor 65 Millionen Jahren fahren wir nicht an, da es wieder über 40km Schotterpiste bedeutet hätte und wieder alles entstauben, nein nichtschon wieder!!! Der Wind dreht sich wieder mal zu unseren Ungunsten, sodass wir streckenweise nur im 3.Gang mit 30kmh fahren können. In Los Antiguos, ein paar Kilometer vor der chilenischen Grenze, am Lago Buenos Aires ändert sich das Wetter. Es scheint die Sonne, es gibt kaum Wind und seit 6 Monaten braucht man zum ersten mal keinen Schlafsack mehr, sondern ein Leintuch als Zudecke reicht. Der 2. größte See Südamerikas, nach dem Titicacasee, ist tiefblau, klar und 14 Grad kalt, gesäumt von hohen Bäumen, Obstplantagen und blühenden Lupinenwiesen und Rosenstöcken. Was für ein Gegensatz zu den öden und kargen Landschaften im Landesinneren. In 180km westlich von Los Antiguos am Lago Buenos Aires bzw. dem Lago General Carrera wie er auf der chilenischen Seite heisst, befinden sich Grotten und Höhlen in einem 24 km langen Küstenabschnitt von Felsen aus Marmor. Die ganze Strecke ist total schlechte Piste, deshalb machen wir diesen 12 stündigen Ausflug mit einer Reiseagentur und Allradfahrzeug mit Fahrer.
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Eingestellt von Ricargentinado 17:06 Kommentare (4)

Bariloche, Puerto Madryn, Peninsula Valdes 29.10 – 15.11.17

Am 29.10. machen wir bei Sauwetter einen Ausflug in die 30km entfernte Colonia Suiza. Alles ist auf Schweiz gemacht, viele Holzhütten, mehr eine Art Marktplatz mit vielen Verkaufsständen von Handwerksartikeln und jede Menge Essen. Die Hauptatraktion ist das Garen von diversen Fleischsorten, Würsten und allerlei Gemüse auf heißen Steinen in einem Bett von Zweigen mit Blättern, das mit Sackleinentüchern und Erde abgedeckt wird. Das Ganze dauert 2h45min bis alles wunderbar gar ist. Diese Kochweise stammt ursprünglich aus Chile. Passend für den Schweizer Flair fängt es wieder an zu schneien. Richard hat genug uns fährt zurück ins Hostel. Ich fahre noch in das teuerste Golf Spa Resort und Hotel von Argentinien, das Llao Llao. Die Nacht kostet hier ab 500€ ! Ich als nur Besucher darf in der Lobby eine heiße Schokolade und leckere Stückli für 20€ zu mir nehmen. Leider ist das Wetter schlecht und somit auch die Sicht aus der besonderen Lage des Resorts über die bewaldeten Berge mit den eingebetteten Seen gleich Null. Am Abend besuchen wir dafür ein Schweizer Restaurant in Bariloche und bestellen ein Käsefondue, das fast so gut schmeckt wie wenn ich es zubereiten würde. Der Wirt spricht Deutsch mit Schweizer Akzent und spielt uns am Abend noch auf dem Akkordeon einige Ständchen. Das obligatorische Kirschwasser heizt uns noch etwas ein um das nasskalte Wetter zu verkraften. Am 30.10. suchen wir noch einen Elektronikladen, der eventuell Richards defektes Funkgerät reparieren könnte. Jedoch ohne Erfolg, denn in AR gibt es keinen City Band Funk mehr, sondern nur noch VHF. Auch für die defekte Abgastemperaturanzeige von Richard gibt es hier nichts. Freunde aus Würzburg werden ein neues Gerät mit nach Punta Arenas nehmen, wo wir uns an Weihnachten treffen werden.

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Also machen wir uns auf den Weg ca.900km an die Ostküste quer durch Argentinien. Mit 4 Zwischenstationen in Lago Puelo, Tecka, Los Altares und am Dique Ameghino ( Staudamm des Rio Chubut) erreichen wir nach 5 Tagen Puerto Madryn an der Atlantikküste. Die Fahrt ist landschaftlich wenig abwechslungsreich. Auf halber Strecke geraten wir noch in ein ordentliches Gewitter mit Hagel. Es gibt in der Vorsaison noch fast keine offenen Campingplätze, so übernachten wir 2 mal an Tankstellen, wir haben ja unser Hotel und Restaurant immer dabei. Das Wetter wird mit jedem Kilometer besser, Sonne und Wärme. Also war die Entscheidung richtig jetzt nicht weiter nach Süden entlang der Anden zu fahren, sondern hinüber an die Atlantikseite zu wechseln. Obwohl es sich bei der RN25 um eine Nationalstraße handelt, gibt es immer wieder Abschnitte wo der Asphalt aufgebrochen ist und teilweise tiefste Schlaglöcher aufweist. Man muss deshalb ständig aufpassen und kann nicht einfach so vor sich hindösen. Die Höhen werden immer niedriger von Anfangs 800müNN bewegen wir uns meistens zwischen 200 - 400müNN. D.H. nach gut 4 Monaten in Höhen zwischen 2500 – 4300müNN, sind wir wieder auf normalen Höhen. Die Abgastemperatur der APEs steigt damit auch wieder von ca. 500 Grad auf über 600 Grad, da es hier unten wieder mehr Sauerstoff für die Verbrennung gibt. Auf der Atlantikseite in der Provinz Chubut kommen wir nun in ein Gebiet in dem die ersten Aussiedler aus Wales (GB) im Jahre 1865 landeten, um ein freieres Leben zu beginnen. Die Spuren der Waliser sind noch vereinzelt in den Dörfern Dolavon, Gaiman und Trelew zu finden. Sie bauten Backsteinhäuser und eine Eisenbahnstrecke, um das Getreide und die Schafwolle an die Küste zu transportieren. Die gesamte Technik, Dampflokomotiven, Wagons und sogar die Kohle wurde aus Wales per Boot herangeschafft. In den 60er Jahren übernahmen dann die LKWs mit Verbrennungsmotoren das Geschäft und die Eisenbahn wurde eingestellt. Die Waliser waren zum Großteil Bergleute und hatten wenig Erfahrung mit Landwirtschaft, sodass viele durch Hungertod starben. Mit Hilfe der einheimischen Tehuelche Indianer lernten sie die kargen Böden zu bewirtschaften und das Süßwasser kilometerweit heran zu schaffen. Die Neuankömmlinge lebten in einem guten Miteinander mit den Tehuelche Indianern. Es gab sogar Mischehen. Ein Muss in Gaiman ist der Besuch des Casa Gales De Te, in dem Princess Diana of Wales im Jahre 1995 zum 4 o`clock tea zu Besuch war. Zum Tee gibt es reichlich diverse Kuchenstückchen, Scons und Sandwiches fürm20€ pro Person. Ich habe eine Münze als Sonderprägung anlässlich der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana mitgebracht und überlasse sie dem Besitzer des Teehauses, der uns im Gegenzug die Rechnung erlässt.

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Am 3.11. kommen wir schließlich am Atlantik in Puerto Madryn an, wo auch das das erste Schiff, die Mimosa, mit den Walisern im Jahre 1865 landete. Es gibt wieder Sonne, doch weht ständig ein Wind um die 45kmh. Die Nächte sind deutlich wärmer um die 11Grad. Wir installieren uns auf dem Campingplatz des AR Automobilclubs ACA direkt an der Küste, mit heißen Duschen !! Der 1. Ausflug geht in die Seelöwenbucht 14km von hier im Naturschutzgebiet. Ich nehme Kontakt mit einer Tauchbasis auf, um mit den Seelöwen zu tauchen und ein Wrack unter Wasser zu erkunden. Der Wind steht noch ungünstig, sodass ich noch ein paar Tage auf Besserung warten muss.

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Am Wochenende fallen hier argentinische Familien aus der ganzen Umgebung zum Grillen ein und füllen die Restaurants. Am Sonntag fahren alle wieder nach Hause und alle Bankautomaten sind leer. In AR gibt es 3 Mobilfunkanbieter: Personal, Movistar und Claro. Wir haben uns zu Beginn der Reise eine SIM-Karte von Personal gekauft, die bis jetzt einigermaßen für Verbindung zum Mobilfunknetz in den Städten gesorgt hatte. In der Regel reißt nach 20km außerhalb der Städte die Verbindung ab. Jetzt im Süden funktioniert Personal nicht mehr gut, deshalb besorgen wir uns eine SIM-Karte von Movistar, die den Süden besser abdecken sollen. Leider klappt die Aktivierung nicht, da es seit ein paar Monaten ein neues Gesetz gibt, dass bei der Aktivierung die DNI-Nummer eines Argentiniers oder Argentinierin, das Geschlecht und Geb.datum eingegeben werden muss. Als Tourist haben wir natürlich keine argentinische DNI, deshalb können wir die SIM-Karte nicht aktivieren. Nach 3 Fehlversuchen mit unseren Passnummern ist die SIM-Karte erstmal für 24h gesperrt. Die Besitzerin vom Kiosk wo wir die SIM-Karte gekauft hatten gibt uns ihre Daten und die Registrierung war erfolgreich. Ein weiterer Besuch beim Büro von Movistar war nötig, damit wir auch Zugang zum Internet haben. Jetzt können wir wieder ins Internet und Emails, WhatsApp etc. senden und empfangen. Am 10.11. fahren wir weiter auf die unter Naturschutz stehende Halbinsel Valdes, die für ihre Wale, die Südkaper oder auch südliche Glattwale, berühmt ist, die sich hier in der großen Golfo Nuevo Bucht von April bis Dezember paaren und die Kälber zur Welt bringen. Als Einzelgänger ziehen sie dann wieder in die Antarktis, um sich erneut eine dicke Fettschicht von 45cm als Reserve für die 4-5 Monate im nächsten Jahr hier in der Bucht ohne Nahrungsaufnahme anzufressen. Die ersten Wale kommen im April zur Paarung hier an und bleiben nur 2 Monate. Die werdenden Wal Kühe kommen dann im August prall und dick an, doch die Kälber bekommen jeden Tag ca. 100 Liter fette Milch, sodass die Mütter im Dezember durch den Abbau der Fettschicht richtige Falten bekommen. Die Kälber bleiben noch 1 Jahr bei der Mutter und erlernen sich selber zu ernähren, bevor sie auch zu Einzelgängern werden. Dieses Jahr waren in der Bucht über 800 Wale angekommen und es wurden 172 Kälber geboren. Leider ist der Bestand durch den Abbau des Krills gefährdet. Von dem einzigen Ort, mit ca. 30 Häusern, hier auf der Halbinsel, Puerto Piramides machen wir einen Ausflug zur Ostküste wo sich die Killerwale bzw. Orcas tummeln und den Magellan Pinguinen sowie einer Seeelphantenkolonie. Der Name Killerwale ist irreführend, denn die Orcas gehören zu der Familie der Delfine. Das Unterscheidungsmerkmal ist die Fontäne der Ausatemluft. Die Wale mit Barten haben 2 Ausatemöffnungen und man sieht eine V-förmige Fontäne, wohingegen die Orcas und Delfine, Räuber mit Zähnen, nur eine Ausatemöffnung haben und die Fontäne entsprechend nur aus einem Strahl besteht. Der 80km lange Weg dorthin ist alles nur Piste mit tiefen sandigen Stellen und lockeren Kieslagen. Eine erneute Herausforderung für die APEs und uns Fahrer. Schon am Tag zuvor sind wir auf der Fahrt zu einem Walspotingpunkt gleich 2mal in einer Sandverwehung stecken geblieben. So kam auch der Klappspaten mal zum Einsatz. Schließlich haben wir mit viel Schwung und gegenseitigen Mitschieben die Stellen passiert. Die Mühen wurden aber reichlich belohnt mit Pinguinen zum Greifen nahe und den in einem 15km langen Seitenarmes jagenden Orcas. Sie kommen fast täglich in Rudeln von 5-7 Orcas bei Flut in den Seitenarm hereingeschwommen und grasen die Bucht ab, bevor sie wieder im offenen Meer entlang der Küste Ausschau nach unvorsichtigen Seelöwen oder Seeelephanten, ihrer Lieblingsspeise, halten. Die Bucht mit den Seeelephanten bietet ein Bild mit faul am Strand entlang herumliegenden Kühen und Jungen, sowie dem Bullen, der alle 130 Kühe in seinem Harem hat, solange kein anderer Bulle aus den erbitterten und blutigen Kämpfen als Sieger hervorgeht und dann den Harem übernimmt. Dann darf bzw. muss er alle 130 Kühe befruchten. Ganz schön stressig, oder !

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Nun sind wir 6 Monate unterwegs und haben bereits 9700km seit dem Start in Würzburg am 15.5.2017 zurückgelegt. Zeit für ein kleines Zwischen Resümee. Die Größe und Weite Argentiniens erleben wir durch unsere durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 35kmh besonders intensiv. Der Norden war besonders abwechslungsreich und eine besondere Herausforderung für unsere APEs in Höhen zwischen 2000- 4300müNN. Die Bevölkerung Argentiniens konzentriert hauptsächlich in den 5 größten Städten und auf dem Lande wohnen nur sehr wenige Menschen. Diese wohnen in sehr einfachen und bescheidenen Verhältnissen und sind weit verstreut. Umweltbewusstsein ist in Argentinien so gut wie nicht vorhanden. Die Motoren der Autos und LKWs die dicke Rußwolken ausstoßen und stinken, werden bei Stopps nicht abgestellt. Der Müll wird ein paar Kilometer außerhalb der Städte und Dörfer in die Flur geschmissen. Plastiktüten gibt es für jeden noch so kleinen Einkauf. Wasserhähne und Toilettenspülungen tropfen oder funktionieren gar nicht. Kläranlagen haben wir bis jetzt noch keine entdeckt. Selbst die Nationalstraßen sind teilweise in sehr schlechten Zustand. Entweder tiefe Schlaglöcher, oder massive Deformationen durch die LKWs und ganze Teilstücke einfach Schotterpiste. Bei Institutionen wie‘: Banken, Post, Immigrationsbehörde, Telefonläden und Tankstellen gibt es immer Schlangen von Menschen, die ohne Murren geduldig und ergeben bis zu mehreren Stunden warten. Die Argentinier selber sind sehr unzufrieden mit den Politikern und ihrem Clan, egal von welcher Partei, da diese anscheinend in erster Linie nur für sich und ihren Clan sorgen. Ein Vertrauen in einen funktionierenden Staat gibt es nicht und die Schwarzarbeit blüht. Im Süden geben die Lehrer seit Monaten keinen Unterricht mehr, da sie mit der Regierung wegen ihrer schlechten Bezahlung im Streit sind. Es liegt vielleicht an dem Gefühl von Machtlosigkeit und der Einstellung: es ändert sich sowieso nichts, eines Großteiles der argentinischen Bevölkerung, dass es einen besonderen Zusammenhalt und Herzlichkeit untereinander und auch gegenüber uns gibt. Die Familie steht an 1. Stelle. Die diversen Unannehmlichkeiten werden gelassen hingenommen und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Staat ist kaum vorhanden. Was immer wieder begeistert ist die Kontaktfreudigkeit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Argentinier. Beruhigend ist auch zu sehen, dass dieses riesige Land (es ist fast 8-mal so groß wie Deutschland), noch bis zu 80% aus unberührter Natur besteht, da fast 905 der 43 Millionen Einwohnern in Städten und Dörfern wohnen. D.h. sie haben noch 6-mal die Fläche von Deutschland als unberührte Natur in Form von Bergen und Steppenlandschaften als Reserve zur Verfügung.
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Eingestellt von Ricargentinado 08:11 Kommentare (2)

Malargüe,Zapala,Neuquen,San Martin, Bariloche 7.-28.10.17

Lange gab es keinen Eintrag mehr im Blog. Das hat seinen Grund, denn wir haben 2,5 Wochen in Malargüe auf die Öffnung de Passes Peuhenche nach Chile gewartet. Das Wetter ist sehr unfreundlich, kalt ( Tags 9 Grad, Nachts 1 Grad) und es regnet öfters. Am 11./12.10. schneit es sogar nochmal unaufhörlich. Wir kaufen uns 2 Heizlüfter, denn es wird ziemlich ungemütlich in den APEs. Aber immer noch besser als für ein Radlerehepaar aus Bulgarien, die seit 1,5 Jahren von Toronto nach Ushuaia mit Fahrrädern und Zelt unterwegs sind. Am 6.10. fahren wir voll der Hoffnung ca. 100km bis an die Grenzstation in Las Loicas, doch die Grenzer machen uns wenig Hoffnung, dass der Pass bald geöffnet wird. In dem Ort der aus 20 Häusern 2 Lädelchen und einem Restaurant besteht gibt es nichts zu kaufen außer Keksen und Empanadas im Restaurant. Normalerweise passieren hier 2000 Autos am Tag, aber der Pass ist ja noch zu. Es gibt auch keinen Strom, da der Generator defekt ist und es gibt hier auch keinen Satelitenempfang fürs Internet. Wir beschließen am nächsten Tag wieder nach Malargüe auf den Campingplatz zurück zu fahren. Auf dem Weg besuchen wir die Caverna de las brujas (Hexenhöhle). Eine Kalksteinhöhle von 5 km Länge auf 3 Ebenen, die mit Führerin über Leitern, Klettern, auf dem Bauch robbend, oder auf dem Hintern rutschend 2 Stunden lang erkundet werden kann. Mit Helmen und Kopflampen arbeiten wir uns voran zu den Stalagmiten, Stalaktiten und den Hallen mit den Namen: Sala de la Virgen(hier sehen die Stalagmiten wie eine Heiligenfigur aus) oder Sala de encuentros(hier treffen sich die 3 Ebenen in einem gemeinsamen Kamin). Um den Namen der Höhle gibt es diverse Legenden. Die eine besagt, dass sich in dieser Höhle 2 Mädchen vor ihren Verfolgern versteckten und als diese die Mädchen aufspürten flogen zwei Eulen aus der Höhle in die sich die Mädchen (Hexen) verwandelt hatten. Auf dem Rückweg laufen wir hoch zu einem Wasserfall, der aus 30m Höhe herunterfällt. Im Moment hat er jedoch wenig Wasser, aber das Gestein ringsum enthält jede Menge Fossilien aus dem Trias vor 200-145 Millionen Jahren.

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Auf dem Campingplatz in Malargüe wird es langsam wärmer Tags 20 Grad Nachts 0 Grad. Wir treffen dort wieder unsere Freunde aus Neuseeland, die mit Motorrädern 6 Monate Argentinien erkunden. Wir vertreiben uns die Zeit mit Holzabfällen vom Sägewerk als Brennholz zu besorgen für Barbecue und etwas Wärme am Abend. Sobald die Sonne untergeht wird es empfindlich kalt. Für den nächsten Abend besorge ich Gewürze, Wein und Rum um einen Glühwein herzustellen. Den kannten die Neuseeländer noch nicht und es wurde ein lustiger Abend mit viel Feuer im Kamin und Bauch (2,5l Wein und eine halbe Flasche Rum !!), sodass wir gleich am nächsten Abend das Zeremoniell wiederholten. Mitte Oktober wird es Zusehens wärmer, jedoch ergibt eine weitere Nachfrage bei der Gendarmerie, dass der Pass voraussichtlich nicht vor Anfang November geöffnet werden wird, da es auf der chilenischen Seite zu gefährlich ist den gefrorenen Schnee zu räumen. Wir überlegen uns einen Plan B:
1.) 600km zurück nach Mendoza im Norden fahren, dort ist der Pass nach Chile untertunnelt und passierbar und dann 1100km in Chile nach Süden fahren?
2.) Gegenüber vom Campingplatz parkt immer ein Tieflader dessen Fahrer Miguel ( 26 Jahre) wir fragen, ob er uns huckepack 200km nach Süden über die Holperpiste transportieren könnte. Die Nachfrage bei seinem Boss ergibt einen Preis von 11000Pesos, ca. 550€, was uns etwas zu teuer erscheint. Miguel bietet uns eine Alternative an dies mit seinem selbst gebauten Anhänger, mit dem er Autos transportiert auf zweimal zu machen. Wir einigen uns auf 6000Pesos ca. 300€ für den Transport beider APEs in Etappen. Wir knobeln aus wer als erster dieses Abenteuer wagen möchte. Richards gewinnt bzw. verliert und seine APE wird zuerst verladen. Die Fixierung geschieht abenteuerlich mit relativ dünnen Seilen (richtige Zurrbänder mit Ratschen gibt es nicht!!). Ein Reifen ist nach der Beladung auch noch platt und muss gewechselt werden. Nach 2 Stunden Ladearbeiten, es ist inzwischen 15h, geht die Reise los. Doch bereits auf dem 1.Kilometer macht der Anhänger schlapp unter der “Last“ der APE, das Chassis des Anhängers bricht in der Mitte auseinander und schleift am Boden. Die Jungs besorgen relativ schnell einen neuen stabileren Anhänger mit richtig großen Rädern und wir laden jetzt meine(Ric) APE. Es ist eine weitere Stunde vergangen und wir sind immer noch in Malargüe. Den Allrad Toyota Hillux haben die Jungs für 2000Pesos ca. 100€ und nur für heute geliehen, also muss die Aktion heute laufen! Schon spät geht es auf die 160km Strecke. Richard fährt die ersten noch guten 70km schon mal parallel mit. Wir sind rund 5 Stunden für die erste Fahrt unterwegs, bis es wieder Asphaltstraße gibt und es ist inzwischen 20.30h und dunkel. Richard hat sich schon auf die Holperpiste vorgewagt. Um 21.30h trifft er dann auf die Jungs mit Anhänger und die APE wird verladen. Die letzten 40km der Strecke sind die Schlimmsten, die selbst der Allrad nur mit 20kmh passieren kann. Gegen 23 Uhr treffen sie dann ein. Alle sind etwas müde von diesem aufregenden und langen Tag. !!!!! Aber Ende gut, alles gut !!!! Richards APE ist zwar wieder innen und außen voll zu gestaubt, aber ab jetzt soll es bis auf kurze Teilabschnitte die Ruta 40 asphaltiert sein.

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Die Fahrtnach Süden über Chos Malal ca. 140km führt wieder durch faszinierende Felslandschaften und weite Ebenen mit Buschwerk aus denen nur die weißen und braune Rücken der Ziegen herausragen und vereinzelt magere Kühe und Pferde etwas fressbares suchen. Sonst gibt es hier nicht viel zu sehen, so machen wir uns auf den Weg nach Zapala, 190km weiter südlich. Direkt nach Chos Malal sind wir in der Mitte der Ruta 40 bei Kilometer 2617, von der bolivianischen Grenze im Norden bis zu chilenischen Grenze im Süden, wo die Ruta 40 endet. Dann sind es immer noch ca.600km bis Ushuaia. Die Strecke bis Zapala ist eintönig und karg, es gibt auch keine Tiere mehr, da es nichts fressbares gibt.

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Wir machen nun einen Abstecher 185km nach Osten, nach Neuquen zu den argentinischen Freunden, die wir mehrmals unterwegs auf dem Fahrrad fahrend oder in Hostels getroffen hatten. Sie befanden sich auf ihrer 5,5 Monate von April bis August 2017 dauernden Fahrradtour von Ushuaia im Süden nach La Quiaca im Norden und zurück nach Salta mit einer Fahrstrecke von insgesamt 5700km. Die Landschaft zwischen Zapala und Neuquen ist eher flach mit wenig Höhenunterschieden. Das Gebiet hat reiche Erdölvorkommen und hier gibt es die meisten Funde von Dinosauriern aus der Kreidezeit vor ca. 80 Millionen Jahren. Hier wurde der bis jetzt größte Dinosaurier gefunden, der Argentinosaurus mit einer Länge von 40m, einer Höhe von 18m und einem Gewicht von ca.100to. Eine Nachbildung ist im Museum Carmen Funes in Plaza Huincul zu bestaunen. Nur wenige Kilometer von hier fand ein Bauer auf seinen Acker die Knochen des Argentinosaurus. Nebst diesen riesigen Pflanzenfressern gab es noch “kleinere“ Saurierarten die Fleischfresser waren, wie z.B. der Gigantosaurus der nur 18m lang und 8to schwer war. Der Name des Museums wurde nach der Frau benannt, die hier als 1. Frau gelebt hatte und die Reisenden mit Essen und Wasser versorgt hat. Ihr ist es zu verdanken dass hier das Vorkommen von Erdöl vermutet wurde, da ihr Wasser einen öligen Beigeschmack hatte. Im Jahre 1903 gab es dann die 1.Rammung mit deutscher Ausrüstung aus Leipzig bis in 600m Tiefe, wo man auf auf das vermutete Erdöl traf. Inzwischen wird nicht mehr gerammt, sondern in Tiefen von 3-4km gebohrt. Auch das neue Frackingverfahren wird hier in einigen Provinzen betrieben. Andere Provinzen verbieten diese Verfahren, da es bereits gehäufte Krebserkrankungen im Umfeld des Frackingverfahrens gab. Die Fachleute streiten sich noch darüber ob die Ursache der gehäuften Krebserkrankungen an dem Frackingverfahren mit den eingesetzten Chemikalien liegt. Von der Straße aus sieht man die Pumpen, deren Gegengewichte sich langsam drehen und das Haupt sich kontinuierlich hebt und senkt um das Erdöl nach oben zu pumpen. Die Einheimischen haben den Pumpen den Spitznamen “Guanaco“ gegeben, da diese wie die Tiere ständig den Kopf zum Fressen und Absichern der Umgebung heben und senken. In Neuquen kommen wir im Fitnessstudio unserer Radlerfreunde unter und werden von der Großfamilie herzlich aufgenommen und verpflegt. Spaziergänge am Fluss Limay, wo sich am Wochenende halb Neuquen zu treffen scheint, ist der Arbeitsplatz unserer Freunde im Sommer von Dezember bis März als Bay Watch, nebst ihrem Betrieb in ihrem Fitnessstudio.

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In 2 Etappen fahren wir wieder ca. 430km zurück über Zapala nach Süden bis nach San Martin de los Andes. Nach Zapala durchfahren extrem karge Landschaft, nur Grasbüschel, keine Tiere in Höhen zwischen 700-1200müNN. Dann plötzlich auf den letzten 70km wechselt die Landschaft mit Bewuchs von Kiefernbäumen, die immer dichter werden, bis hin zu komplett bewaldeten Bergen. Die Ebenen sind grün und die Wiesen mit saftigen Gras. Die vielen Kühe die hier grasen sind deutlich besser genährt als die magern im Norden, bei denen man deutlich die Rippen sehen konnte. Die meisten Campingplätze sind noch zu, da der Winter gerade erst vorbei ist und die Sommersaison erst im Dezember beginnt. Außerdem ist dieses Jahr der Winter viel länger und zurzeit noch außergewöhnlich kalt. Wir finden dann doch noch einen offenen Campingplatz am Lacar Lake, wunderschön gelegen und treffen hier wieder auf unsere Motorradfreunde aus Neuseeland. Jetzt bringen wir erst mal unsere APEs wieder auf Vordermann. Richard repariert den Zweitaktölstandsanzeiger, der Schwimmer hatte sich gelöst; die Abgastemperaturanzeige zeigt unmögliche Temperaturen, wahrscheinlich hat die Elektronik einen Schuss, ist nicht zu reparieren; und der ganze Staub aus der Pistenfahrt Malargüe Barrancas wird entfernt. An meiner APE klappt immer der rechte Außenspiegel ein und lässt sich nicht mehr weiter festziehen ohne dass das Plastik platzt, also wird der Reservespiegel aus der Ersatzteilkiste von links auf rechts umgebaut und montiert. Die Schiebefenster der Türen lassen sich nur noch schwer schließen, da der Staub, Sand und das Fett das Gleiten erschweren. D.h. beide Seitenverkleidungen abbauen und die Fenster mit den Gleitschienen ausbauen, reinigen und wieder einbauen. Der Zündkerzenstecker fällt des Öfteren ab, deshalb muss auch hier ein neuer aus der Ersatzteilkiste her. Nachdem jetzt fast alles wieder funktioniert kann es weitergehen. Allerdings macht das Wetter nicht so mit, es ist bewölkt mit 12 Grad am Tag und es ist windig. Bei gemischten Wetter fahren wir die Ruta de los siete lagos bis San Carlos de Bariloche in 2 Etappen über Villa de Angostura. Hier sieht die Landschaft aus wie in der Schweiz mit vielen eiskalten und tief blauen Seen die in Höhen zwischen 700-1200müNN liegen und umsäumt sind von Laub- und Nadelwäldern. Nachts wird es wieder empfindlich kalt so um die 0 Grad. Die Wettervorhersage für den Süden in den nächsten Wochen verheißt nichts Gutes. In Bariloche wütet dann am 28.10.17 auch noch ein Schneesturm und wir sind froh, dass wir uns in einem Hostel einquartiert haben. Wir beschließen nun endgültig unsere Route zu ändern. Um gute Straßen zu finden müssen wir noch rund 400km nach Süden bis Esquel fahren und dann 600km quer durch Wüstenlandschaften nach Osten bis Trelew und Rawson an der Atlantikküste. Dort sind die Tag- und Nachttemperaturen um rund 10 Grad höher als hier am Rande der Anden. Vielleicht bekommen wir sogar noch die Wale mit ihren Jungen zu sehen

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Tupungato, San Rafael, Las Lenas, Malargüe 20.9. - 6.10.17

Tupungato, San Rafael, Las Lenas, Malargüe 20.9. - 6.10.17
Am Morgen des 19.9.17 mussten wir in Mendoza nochmal zur Inmigracion um die Visaverlängerungen abzuholen. Jetzt haben wir bis zum 1.1.2018 die Aufenthaltsgenehmigung. Die Fahrt 100km südlich ins Valle de Uco mit seinen Weingütern führt durch ein weites Tal mit schneebedeckten Bergen im Westen, die bis zu 6570m hoch sind. Die Obstbäume blühen schon rosa und weiß. Vor 2 Wochen gab es hier nochmal 15cm Neuschnee. Wir besuchen ein berühmtes Weingut, die Bodega Salentein, das 1995 von Holländern aus der New Holland Landmaschinen Familie gegründet wurde. Die Bodega ist vom Feinsten, architektonisch und funktional sehr gut und exklusiv gestaltet. Außerdem gibt es einen extra Trakt für die Kunstgallerie. Die Weine werden in 1200 – 1700m Höhe auf einer Fläche von 900ha angebaut und liefern 9 Millionen Liter im Jahr. Die Weißweine werden in den höheren Lagen angebaut, die Rotweine in den unteren Lagen, wo die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht nicht so extrem sind. Der gigantische Weinkeller besteht aus zwei Ebenen und vier Flügeln und wird die “Kathedrale“ genannt. Im Erdgeschoss stehen riesige Edelstahltanks in denen die Weine ca. 6 Monate ausgebaut werden, bis sie in die 5000 Stück Eichenfässer mit je 225l hinuntergeleitet werden und dort 1- 2 Jahre reifen. Der “Primus“ Wein wird direkt in großen Eichenfässern von 6700l Inhalt ausgebaut. Die Preise der Weine sind auch eher gehobenen Klasse und die Flasche bewegt sich zwischen 30€ bis 80€ für den Primus. Auf der Weiterfahrt nach San Rafael spinnt die Elektrik von Richards APE. Es geht kein Abblendlicht mehr, dafür leuchten die Blinker schwach und die Kontrollleuchte der Nebelschlussleuchte ebenfalls. Sie springt auch nur zögerlich an. Die Starterbatterie ist leer und komischerweise ist sie innerhalb 2h wieder vollgeladen?? Alles etwas komisch und unlogisch.

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In San Rafael gibt es eine neue Batterie mit doppelter Kapazität 60Ah und alles schein wieder zu funktionieren. Mitten in der Stadt finden wir ein schönes Hostel das sehr geschmackvoll eingerichtet ist. Alles funktioniert, Toilettenspülung (die erste seit Beginn unserer Reise), Dusche heiß und voller Strahl, die Küche ist bestens ausstaffiert, so zu sagen ein 5*Hostel. Ein Ausflug entlang des Flusses Atuel im Valle Grande führt bis zum Stausee. Im Sommer muss hier recht viel los sein, denn es gibt jede Menge Cabanas und Zeltplätze, die schon jetzt von Jugendgruppen belagert sind, denn es sind zwei Wochen Frühlingsferien. Alle möglichen Aktivitäten sind hier möglich: Wandern, Bergsteigen, Reiten, Kajaken, Rafting, Drachenfliegen, Paragliding, Trekking und Fluss Überquerungen am Drahtseil. Vor der Stadt entdecken wir die Bodega “Suter „ein Muss für mich (Ricardo Suter) diese zu besuchen. Diese Bodega wurde 1897 von Otto und Ana Suter aus dem Elsass gegründet, eben zu der Zeit als sich auch mein Urgroßvater in Argentinien aufhielt. Die Bodega wurde von der 4. Generation an eine Genossenschaft verkauft. Das Weingut hat selbst 300ha Anbaufläche und kauft 40% von kleinen Weibauern dazu um jährlich 9 Millionen Liter Wein zu erzeugen. Sie produzieren die ganze Palette von roten und weißen Weinen: Malbec, Chardonnay, Sauvignon blanc, Merlot, Bournett, Bonarda und Cuvees der diversen Sorten. Es wird auch Sekt und Champagner erzeugt. Die Preise sind sehr moderat und liegen bei 3€ bis 15€ pro Flasche. Wir decken uns ein, leider ist ist unser Ladevolumen in den APEs schon ziemlich ausgelastet.
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Weiter südwestlich fahren wir in das Valle de Las Lenas mit seinem dem Skigebiet in einer Höhe von 2200m- 3430m. Es ist das Ende der Skisaison denn der Frühling ist da und in einer Woche schließt das Skigebiet. Wir leihen uns Skier, Stiefel, Helme und los geht’s! Ich (Ric) stehe seit 30-40Jahren wieder mal auf Skiern!? Erstaunlicherweise klappen die Schwünge mit der neuen Art Skiern ganz gut. Jedoch nach 2 Stunden ist bei mir die Luft raus, die Oberschenkel brennen, die Kraft ist weg und die Spur wird immer breiter und pflugiger. Richie hält noch weiter 2 Stunden durch, jedoch wird der Schnee am Nachmittag immer sulziger und starke Windböen setzen ein, sodass der Lift bis zum 3430m Gipfel zum Leidwesen von Richie geschlossen wird. Dennoch ein gelungener Abstecher, obwohl die Straße dort hin 20km übelste Piste Piste und aufgebrochene Asphaltstraße mit riesigen Schlaglöchern war. Die APEs leben noch!! Allerdings spinnt die Elektrik an Richies APE wieder.

Wir bekommen von einem Manger des Skiortes wichtige Informationen für unsere Weiterreise auf der Routa 40. Die ist nämlich Richtung Süden nach Neuquen ca. 100km übelste Piste, noch schlechter als nach Las Lenas!! Er telefoniert für uns herum, wie der Zustand im Moment ist und welche Alternativrouten es gibt. Weiter im Landesinneren ist es nicht viel besser mit den Straßen, so kristallisiert sich als beste Alternative heraus, nach Westen über den Paso Pehuenche (2500m) über Chile weiter zu reisen. Dann in Chile 500km südlich bis nach Zapala zu fahren und dort wieder nach AR einzureisen. Im Moment ist der Pass noch bis 30.9.17 gesperrt. Auf der chilenischen Seite sollen noch 4-5m Schnee liegen, die zurzeit geräumt werden. Wir beschließen also nach Malargüe zu fahren und dort zu warten bis hoffentlich bald der Pass geöffnet wird. Doch am Wochenende Ende der Woche regnete es die ganze Nacht und auf dem Pass gab es entsprechenden Schneefall, sodass die geplante Öffnung des Passes am 1.10.2017 nicht möglich war. Wir müssen halt warten, aber wir haben ja Zeit, der größte Luxus unserer Reise. Jetzt haben wir Zeit das Elektrik Problem an Richies APE zu suchen. Wir schreiben an das APE-Forum und an Richies befreundeten Allround-Elektriker. Beide tippen auf ein Masseproblem. Wir suchen, legen zusätzliche Kabel und tatsächlich ist die Masseverbindung am Sicherungshalter schlecht. Entweder hat sich diese losgerüttelt oder etwas Korrosion gebildet. Die Befestigungsschraube zweimal rein und raus und schon funktioniert alles wieder richtig. Der Frühling kommt nicht so richtig in Schwung, Nachts gehen Die Temperaturen auf bis zu 0 Grad herunter und tagsüber gibt es um die 15 Grad mit viel wind bis zu 70km/h. Wenn der Wind weg ist ist dann richtig angenehm von 20 – 25 Grad. Auf Grund der bevorzugten Lage von Malargüe in 1400m Höhe, keine großen Städte in der Nähe und einer relativ dünnen Ozonschicht über diesem Gebiet, gibt es hier ein Planetarium und das Observatorium Pierre Auger. Hier haben 17 Länder 1995 eine Forschungsstation aufgebaut für ein Großexperiment zur Untersuchung der kosmischen Strahlungen mit höchsten Energien. Pierre Auger entdeckte die sogenannten ausgedehnten Luftschauer 1938. Auf einer Fläche von 3000 Quadratkilometer stehen 1660 Oberflächendetektoren im Abstand von 1,5 km untereinander, die die Richtung der Strahlung registrieren. Außerdem stehen an den Ecken des Beobachtungsareales 27 Fluoreszenzdetektoren, die bei mondloser Nacht das geringe Licht der kosmischen Strahlung registrieren. An dem Experiment sind rund 500 Wissenschaftler beteiligt, davon alleine 100 aus Deutschland die in 8 verschiedenen Instituten in Deutschland die Daten analysieren. Es gilt das Rätsel der Astrophysik zu lösen: Woher kommt die kosmische Strahlung? Nachdem wir hier so viel Zeit haben, findet Richard auch einen Namen für seine APE: CHIQUITITA. Also gibt es jetzt eine gemeinsame Taufe der SONRISA und der CHIQUITITA. Wir finden zwei Taufpaten aus Brasilien am Campingplatz, die wie wir in der Warteschleife hängen. Das Ehepaar aus Brasilien sind beide pensionierte Piloten der LATAM Fluggesellschaft und bereisen mit Wohnwagen und Allrad ganz Südamerika. Standesgemäß und passend zu den APEs kommt das Taufwasser aus einer Piccolo-Sektflasche!!!! Die Taufpatin von CHIQUITITA ist passend in der Größe die 1,85m große Pilotin Namens Neiva. Der freundliche Taufpate von SONRISA ist der Pilot Dardo, der auch immer ein Lächeln im Gesicht trägt. Die Zeremonie wird mit SUTER-Champagner demi sec begleitet, jetzt kann wohl nichts mehr schief gehen. Wir planen einen Ganztagesausflug per Allrad mit einem Touristikunternehmen zum Parque Payunia, ein 4500 Quadratkilometer großes Schutzgebiet mit 800 Vulkankegeln, die größte Dichte an Vulkanen auf der Erde. Leider ist noch Vorsaison und es kommen nicht genug Touris zusammen, aber wir sind ja voraussichtlich noch bis zum 6.10.2017 hier, vielleicht klappt es doch noch.
Zur Feier des Tages (3.10.2017) gab es mal wieder ein Asado mit unseren Taufpaten der Ape’s.

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Eingestellt von Ricargentinado 07:15 Kommentare (4)

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